Samstag, 28. Juni 2014

Rezension der AG Jugendliteratur und Medien der GEW

Und noch eine sehr erfreuliche Rezension zu unserem Buch mit dem Gesamtprädikat "sehr empfehlenswert" Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW - AJuM) schreibt (Auszüge):

"Faszinierend ist nicht nur das Thema, sondern auch die Form der Darstellung und Bearbeitung. In comicartigen Bilderwelten stellen die neun Experten in neun Kapiteln ihre Sicht auf die Welt vor. Wie eine personenzentrierte Reportage im Comicstil, in einfachen, klar konturierten und nur in Graustufen ausdifferenzierten Zeichnungen, ergänzt mit den Sprechblasenkommentaren der Experten wird die Welt dargestellt. ... Bemerkenswert ist die gelungene Verknüpfung von Fachwissen - fachlich fundierte Darstellungen, viele Grafiken und andere Sachinformationen, Fachbegriffe, die in einem Glossar am Ende verständlich erklärt werden - und anschaulicher Verarbeitung. ...  Es ist ein anspruchsvolles Ergebnis der gekonnten Verknüpfung literarischer Formen und sachlicher Themen - in diesem Sinne Sachliteratur per excellence. Sehr zu empfehlen!"

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neue Rezension (von Jaya Bowry)

Erfreulich, immer wieder neue Rezensionen zum WBGU-Comic zu finden, so wie diese vom 12.6.2014 von Jaya Bowry auf nachhaltigkeit.de, dem Blog für nachhaltiges Wirtschaften: 

Zur Rezension

Auszug: "... In der Klimadebatte wird häufig eine verständliche Darstellung der Problematik versäumt. Das schöne an diesem Buch ist, dass auf die komplexe Problematik einfach und verständlich hingeführt wird. Danach werden über die Geschichten der verschiedenen Forscher Lösungsansätze vermittelt. Kurze, prägnante Aussagen untermalen die Schwarz-Weiß Comicbilder. Inhalte sind auch:”Wer soll das alles bezahlen?” oder “Auch der Staat ist gefordert”, aber “Die Politik schafft das nicht allein”. 
Trotz Reduktion und Vereinfachung geht der wissenschaftliche Anspruch an keiner Stelle verloren. Für die Vertiefung gibt es auch zahlreiche Literaturempfehlungen und ein umfangreiches Glossar. ..."

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John Schellnhuber im Interview mit Peter Fox (Seeed)

"Wir bräuchten ein paar Klima-Gandhis": WBGU-Vorsitzender und WBGU-Comic Protagonist John Schellnhuber im Interview mit Peter Fox (Pierre Baigorry) von der Band Seeed zu Verantwortung und Klimapolitik.
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Donnerstag, 29. Mai 2014

Rezension zum Transformationscomic aus dem Bundeskanzleramt?

Erst jetzt sind wir über eine Rezension zum Comic aus dem letzten Jahr gestolpert, geschrieben durch den Rechtswissenschaftler Dr. Jochen Gebauer, publiziert in dem renommierten Fachjournal Zeitschrift für Umweltrecht (ZUR 4/2013, S. 245-246). Also um ganz korrekt zu sein: Herr Dr. Gebauer ist Jurist im Bundeskanzleramt, die Rezension ist natürlich keine offizielle Verlautbarung der Bundesregierung ;)  Wir freuen uns dennoch über die konstruktive Besprechung. Hier einige Auszüge:

"Wenn alles mit allem zusammenhängt, kann Reduktion und eine klare Linie die Orientierung erleichtern. Das komplexe Thema „Klimawandel“ ist einen solchen Versuch wert: Den aktuellen Wissens-stand zum Klimawandel und zur Klimapolitik gibt es jetzt kompakt als schön gestalteten Comic-Band. Hinter der Idee steckt eine Gruppe von Wissenschaftlern um die Klimaforscher Schellnhuber, Rahmstorf und Leinfelder, die unter dem sperrigen Namen „Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)“ die großen Trends in der globalen Umwelt-und Klimapolitik analysieren und bewerten. .... Der Comic hält nicht ganz, was der Klappentext verspricht: „Neun Wissenschaftler kämpfen als Comic-Helden gegen den Klimawandel“. Denn es gibt weder eine Abenteuergeschichte noch echte Comic-Helden. Der Band ist ein Comic-Sachbuch, das auf gut 100 Seiten jede Menge Informationen liefert. Die neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des WBGU kommen als Comic-Helden nur in kurzen Rahmenhandlungen vor.   ....
Als Antworten auf diese drängenden Probleme lassen sich Erneuerbare Energien, Super-Grid, MagLev-Schwebebahn ebenfalls gut bildlich darstellen, bei Nakicenovic (TU Wien) oder in dem Kapitel „Technisch geht alles“ von Schmid (IWES Kassel) hat das grafisch teilweise Science-Fiction-Qualität, was sich sehr unterhaltsam liest. Schwieriger wird es, wenn Private Equity, Emissionshandel, EEG oder Bürgerbeteiligung als Comic-Strip erklärt werden sollen, etwa in den Beiträgen von Schubert (ETH Zürich) oder Schlacke (jetzt WWU Münster), der einzigen Juristin im WBGU. Für den offenbar recht gleichförmigen internationalen Arbeitsalltag der Wissenschaftler findet der Comic eine eigene nüchterne Konferenzzentren-Ästhetik. Es macht schon wegen der souverän ausbalancierten Schwarz-Weiß-Doppelseiten Spaß, den Comic-Band in die Hand zu nehmen.
...
Was bleibt als Eindruck? Die Probleme des Anthropozän sind auch im Comic nicht einfacher. .... Es bleibt der Eindruck eines gut gemachten und modernen Lehrbuchs, das neue Zielgruppen erreichen soll und auch erreichen kann.  ....
Insgesamt ist der Comic aber ein packender Schnelldurchlauf, der Lust zum Weiterdenken und Weiterlesen macht. So kann etwa der Hinweis auf die Abschaffung der Sklaverei als Beispiel für eine schwierige, aber gelungene Transformation im Beitrag von Messner (DIE Bonn) im Hauptgutachten des WBGU von 2011 vertieft werden (S. 87-115, 102 f.). Auf eine solche Nutzung ist der Comic-Band mit seinem ausführlichen Quellen-und Literaturteil erkennbar angelegt. Damit bekommt im besten Falle auch das gut 400 Seiten starke und anspruchsvolle Hauptgutachten des WBGU von 2011 (Welt im Wandel -Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation) auf dem Umweg über den Comic-Band noch ein paar engagierte Leser mehr."

Samstag, 10. Mai 2014

Die Forschungsergebnisse zum Transformationscomic sind da!

Nun ist es soweit: der interne Abschlussbericht zum Forschungsprojekt über den Transformationscomic mit 68 Seiten Umfang (sowie 192 Seiten Anlagen) sind beim Hauptfinancier des Projekts, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung eingereicht worden. Die Ergebnisse sollen sukzessive publiziert werden. Eine Vorab-Übersichtspublikation ist gerade online geschaltet worden, hier können Sie schon die Einleitung und die Quintessenz lesen, sowie den gesamten Artikel aufrufen:

(aus: Leinfelder, R. (2014): Das WBGU-Transformations-Gutachten als Wissenschaftscomic: Ein Kommunikationsprojekt zu alternativen Wissenstransferansätzen für  komplexe Zukunftsthemen – Ergebnisübersicht.- 8 S., SciLogs – Der Anthropozäniker (Spektrum der Wissenschaft). 
http://www.scilogs.de/der-anthropozaeniker/trafocomicprojekt )

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Das WBGU-Transformations-Gutachten als Wissenschaftscomic:
Ein Kommunikationsprojekt zu alternativen Wissenstransferansätzen für  komplexe Zukunftsthemen – Die Ergebnisübersicht.

Reinhold R. Leinfelder, Berlin


Einleitung und Zielsetzung

Das Forschungsprojekt zum Thema „Das WBGU-Transformations-Gutachten als Wissenschaftscomic: Ein Kommunikationsprojekt zu alternativen Wissenstransferansätzen für komplexe Zukunftsthemen“ hatte zum Ziel, anhand der Inhalte des überaus gesellschaftsrelevanten Transformationsgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU 2011) zum ersten Mal ein wissenschaftliches Politikberatungsgutachten als Comic umzusetzen, um die wesentlichen Ergebnisse einem möglichst breiten Publikum zu kommunizieren.  Um die Inhalte des Gutachtens zu authentifizieren und Handlungsempfehlungen nachvollziehbar zu machen, setzten wir auf umfassende Personalisierung und konzipierten den Wissenschaftscomic als Set von graphischen Interviews, in denen die WBGU-Mitglieder zu „ihren“ Themen berichteten (Hamann et al. 2013). In einem zweiten Schritt sollte umfassende Begleitforschung zur Rezeption und Eignung dieses Buchs als Beispiel für alternative Wissenstransferansätze durchgeführt werden, um damit eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung zum Potential von Sachcomics als neues Wissenstransfermedium für komplexe Sachverhalte bzw. Fragestellungen im Anthropozän zu ermöglichen.

..... 

Abb. 3: Beantwortung der offenen Fragen in der anonymen Online-Umfrage. Positive Einschätzungen (Likert- Kategorien +, ++, +++) jeweils unterhalb der grünen Linie. Bei den beiden Fragen ganz rechts befinden sich wegen der indirekten Fragestellung die bzgl. des Buchs positiven Einschätzungen oberhalb der roten Linie. (Likert-Kategorien ---, --, -).

Die Quintessenz: Mission Accomplished?

Donnerstag, 17. April 2014

Side by Side - Bericht und Forschungsergebnisse zum Comic aus dem Forum Wissenschaftskommunikation

Kann ein Comic die vielschichtigen wissenschaftlichen Fakten und die kontroversen Debatten eines so komplexen Themas wie des Klimawandels transportieren?
Ein klares »Ja!« gab Reinhold Leinfelder in seinem Vortrag als Antwort. Das von ihm mit herausgegebene Buch »Die große Transformation« fasst die mehr als 400 Seiten Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) als Graphic
Novel verständlich zusammen. Und mehr als das: Das Buch soll Bürgerinnen und Bürger mitnehmen – also weg vom Top-Down der klassischen politischen Kommunikation hin zu einem Side-by-Side.
»Unser Anspruch war es, wissenschaftlich korrekt zu sein, Mut zu machen, Lösungen zu zeigen und auf diese Weise den Gesellschaftsvertrag ansatzweise zu erklären«, sagte Leinfelder, der als einer von neun Experten auch selbst im Comic auftaucht. Eine Herausforderung ist dabei, weder relativierend noch alarmistisch oder missionarisch daherzukommen.
Die Herausgeber, zu denen neben Leinfelder auch die beiden Ideengeberinnen Alexandra Hamann und Claudia Zea-Schmidt zählen, hatten (ausgehend von den »Sinus-Milieus«) als Adressaten Menschen im Blick, die das Gutachten normalerweise eher nicht zur Hand nehmen würden. »Wir wollen zu Interaktion und Partizipation anregen«, erklärte Leinfelder. Der Comic zeigt daher anhand authentischer Persönlichkeiten, wie Forschung entsteht, und anhand verschiedener Szenarien die Abhängigkeiten zwischen Erkenntnissen und Überzeugungen. Alltägliche Arbeitssituationen – in der Universität, im Büro oder in der Natur – vermitteln Fakten und Standpunkte. Dazu tragen auch das ausführliche Glossar und umfang reiche Fußnoten bei. Der Comic fasst Geo- und Klimawissenschaft, Wirtschaft, Technik, Politik und Alltagskultur zusammen und greift verschiedene Ansätze zu nachhaltigem Leben und Wirtschaften auf. Manche muten zunächst ungewohnt an: In Afrika isst man Insekten – nachhaltiger als Viehzucht ist das allemal, wenn auch gewöhnungsbedürftig.

Populär und permanent

Das Genre »Graphic Novel« bringt für diese Art der Kommunikation wichtige Voraussetzungen mit. Comics sind populär, sie motivieren und visualisieren. Ihre Inhalte sind im Gegensatz zu Filmen permanent verfügbar und verknüpfen Bild und Text. Damit stehen Comics in der langen Tradition von Text-Bild-Werken wie dem Teppich von Bayeux oder der Trajanssäule, die Leinfelder als Beispiele nannte.
Sie regen Leserinnen und Leser dazu an, selbst mitzudenken, also Text und Bilder im »Kopfkino« zusammenzusetzen und damit selbst zu aktiven »Erschaffern von Bedeutung« zu werden.
Doch in dem Projekt ging es um mehr als das Buch selbst. Flankierende Forschung begleitete die Arbeit. Die Wirkung der »großen Transformation« wurde umfassend evaluiert. Die Ergebnisse einer Online-Umfrage und die Resonanz aus sozialen Netzwerken flossen ebenso in das Projekt ein wie Expertengespräche, eine Medienauswertung, Masterarbeiten zum Thema und die Verkaufszahlen des Buchs.
Leinfelder fasste die Ergebnisse zusammen: Auf Facebook wurden seit der Veröffentlichung im März 2013 die Interessierten immer jünger und es kamen mehr Frauen hinzu. Die Online-Umfrage beantworteten zu zwei Dritteln Männer, mit einem Durchschnittsalter um die 50 Jahre und meist hoher formaler Bildung. Die erste Auflage des Buchs (14,95 Euro als Druckwerk und 10,95 Euro als E-Book) von 4.000 Exemplaren ist bereits vergriffen, die zweite Auflage ist im Verkauf, eine englische Ausgabe soll folgen. Zusätzlich wurde »Die große Transformation« unter anderem im März 2013 zum »Umweltbuch des Monats« der Deutschen Umweltstiftung und im Mai 2013 zum »Klima-Buchtipp des Monats« der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur gekürt.

Zielgruppe »Comicleser«

Um Schülerinnen und Schüler zu erreichen, haben die Herausgeber die Inhalte nicht nur an die Lehrpläne angepasst, sondern auch zusätzliches Material für den Unterricht erstellt. Damit einher gingen entsprechende Lehrerfortbildungen. All das basiert auf dem Konzept des Design-Thinking, wie Leinfelder ausführte. Die Rezipienten durchlaufen dabei verschiedene Phasen der Erkenntnis: Zunächst verstehen sie die Fakten, dann reichern sie sie mit eigenen Erlebnissen und Erfahrungen an. In Rollenspielen definieren sie verschiedene Sichtweisen und finden Ideen zur Problemlösung. Dann entwickeln und testen sie Prototypen, bevor sie gemeinsam die Ergebnisse vergleichen und diskutieren. »Dieses Konzept ermöglicht es, komplexe Zusammenhänge nicht nur herunterzubrechen und zu vermitteln, sondern auch, diese wirklich zu verstehen und zu erlernen«, sagte Leinfelder.

Ein »Ja!« stand auch am Ende des Vortrags: Laut Leinfelder erreicht Wissenschaft die Zielgruppe Schülerinnen und Schüler sowie viele weitere Interessierte mit der »großen Transformation«. Der Comic ermögliche als »Slow Media« die gewünschte Partizipation. Trotz des hohen
Aufwandes habe sich die Erstellung gelohnt. Nur eins wünscht er sich noch: »Es ist mehr begleitende Forschung nötig!«

Aus: Side by Side statt Top Down.- Wissenschaft im Dialog. Dokumentation des 6. Forums Wissenschaftskommunikation, 11.-13.November 2013, Karlsruhe: S. 8-9 (von Carin Lossau)
Gesamtdokumentation des Forums unter  http://www.wissenschaft-im-dialog.de/fileadmin/redakteure/dokumente/downloads/2014/Doku_FWK6_Inhalt_Web.pdf

Planen und Handeln für die Zukunft - Unterrichtsmaterialien vom BMU

Das Bundesumweltministerium hat seit Anfang des Jahres das Thema "Die Große Transformation" auf seinem Webseiten-Portal "Umwelt im Unterricht". Hier wird das WBGU-Gutachten 2011 zur Transformation ausführlich vorgestellt, aber auch auf unseren Transformationscomic und auf unsere Unterrichtsmaterialien als Ressourcen verwiesen.

"Die Welt muss dringend handeln, um für die nachfolgenden Generationen einen lebenswerten Planeten zu gestalten – so die Position vieler Fachleute, die sich mit dem Klimawandel befassen. Viele Lösungsansätze sind bereits bekannt, zum Beispiel der Umstieg auf erneuerbare Energien oder die Einigung auf internationale Klimaschutzabkommen. Doch oft stoßen Veränderungen auf Widerstand. Welche Wege gibt es hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft? Welche Rolle spielt dabei die Bildung – und wie kann der Wandel selbst zum Bildungsinhalt werden?"
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